Verunsicherung


Am Montag da war sie plötzlich wieder einmal da, die Verunsicherung. Ich mag sie überhaupt nicht, sie bringt mich jedes Mal durcheinander, diese Verunsicherung. Und eigentlich ist sie, zumindest zu einem ganz großen Teil, der Grund, wie ich zum Bloggen kam.

Nun aber einmal der Reihe nach:

Mama Mia schrieb in ihrem Post „Elternsprechtag“ über das Verunsichert sein, wenn man seitens der Erzieher und Lehrer Dinge über sein Kind gesagt bekommt, die weh tun, die man vielleicht anders sieht oder die manches Mal auch unfair sind.

Mama Mias Satz „Mit dem Kind gegen den Rest der Welt. Und nicht mit dem Lehrer gegen das Kind!“ hat mich bewegt und er hat mir gutgetan, denn er kam an einem Tag, an dem ich gerade genau dieses Erlebnis, des Feedbacks über mein Kind hatte.

Es war nicht einmal ein Elternsprechtag, es war eine Schulhofsituation. Ich kam mittags auf den Schulhof, um Champ, der dort noch mit seiner Freundin ins Spiel vertieft war, abzuholen. Plötzlich fängt mich von der Seite, ohne Vorwarnung oder Gruß seine Sportlehrerin ab.

Ich möchte die dann folgende Situation nun nicht im Detail schildern, weil ich mich in der Situation sehr unwohl gefühlt habe und sie als unschön empfunden habe.

Es waren etwa 5 Minuten, in denen ich kaum die Chance bekam, überhaupt etwas zu sagen, geschweige denn einen Satz zu Ende zu sprechen.

Hinterher habe ich mich gefühlt wie: Bombardiert mit pauschalen Vorwürfen gegen mein Kind ohne konkrete Beispiele, kaum wertfreien Einschätzungen und Sichtweisen über mein Kind.

Und dann stand ich da, allein mit meinen Fragen, Sorgen, meiner Traurigkeit. Denn mein Gegenüber hatte keine Zeit für ein richtiges Gespräch und wollte dringend nach Hause.

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Ich möchte wirklich nicht unfair sein und niemandem auf die Füße treten. Auch möchte ich niemanden anklagen oder in Frage stellen, aber das war einfach eine blöde Situation, die so nicht hätte sein müssen.

Und dummerweise hat diese Situation bei mir keine Wut ausgelöst, sondern Verunsicherung. Ich kann nicht einmal sagen, dass ich etwas gedacht hätte wie „blöde Kuh“, wäre vielleicht besser gewesen. Ich war traurig und habe in meinem Kopf zunächst einmal mein Kind in Frage gestellt.

Ich habe es den ganzen Tag mit mir herumgeschleppt, Daddy Cool davon erzählt und am Abend, als Princess im Bett war, haben wir beide mit Champ gesprochen.

Und dieses Gespräch bereue ich. Während wir dort zu dritt saßen und Champ meinte „Mama, ich bin aber müde, ich möchte jetzt in mein Bett“, wurde mir bewusst wie grotesk und absurd diese Situation war, sie wirkte auf mich plötzlich wie ein Verhör.

Wir haben Champ ins Bett gebracht und haben zu zweit noch einmal gesprochen und dabei ist uns Vieles klargeworden. Ich bin froh, dass wir dieses Gespräch hatten, und darüber was wir beschlossen haben:

Ich habe mich am nächsten Morgen bei Champ entschuldigt für den nicht so schönen Abend und habe ihm gesagt, dass wir entschieden haben, die Lehrerin nicht noch einmal anzurufen und dass wir ihm vertrauen, dass es keine weiteren Beschwerden geben wird und damit ist für uns der Fall abgeschlossen.

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Das gleiche werde ich auch ihr sagen. Zudem möchte ich ihr sagen, was mir aufgefallen war: Champ hat kein Vertrauen zu ihr, weil er sich nicht ernst genommen fühlt. Eine Befreiung von ihrem Sport-Unterricht wäre für ihn keine Bestrafung, sondern eine Erlösung. Solange ihr Umgangston ein rauer und lauter bleibt, wird er weiterhin kurze und knappe Antworten geben.

Außerdem möchte ich, dass sie weiß, wie unschön die Schulhofsituation für mich war.

Ich möchte Danke sagen an Mama Mia für diesen schönen Post, der für mich genau im richtigen Moment kam!

Du hast so sehr Recht, Mia, wenn Du sagst:

„Mit dem Kind gegen den Rest der Welt. Nicht mit dem Lehrer gegen das Kind“

und

„In meiner Mutter-Kind-Beziehung bleibt Kritik von außen da wo sie herkommt: Außen vor.“

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Nach dieser Erfahrung und diesem Gespräch mit Champ, das ich immer noch bereue, wird solche Kritik zukünftig auch bei uns und Champ immer außen vor bleiben!

Kennt Ihr auch solche Situationen, kennt Ihr diese Verunsicherung, wie geht Ihr damit um?

Eure,

kate

 

 

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