2 Comments

  1. Christiane Fritschka

    Hallo Liebe “Kate”,

    Das ist der erste Bericht den ich von dir lese. Ich finde ihn sehr treffend und freue mich darüber, dass du einen so umsichtigen Kinderarzt und doch relativ kooperative Lehrer für deinen Camp hast.
    Ich schaue auf meine kleine Schwester (16 Jahre) und muss sage, sie war auch ein besonderes Kind und ist noch immer die tollste Schwester auf der ganzen Welt.
    Nur manchmal war ich stark verunsichert. Wie gehe ich mit ihr um?
    In einem gemeinsamen Urlaub wachte sie auf und fing an darüber zu erzählen: Wenn es auf diesem und jenen Planeten Kohle regnen würde, dann würden dort wegen des großem Drucks Diamanten auf den Boden fallen. Ich saß mit offenem Mund da und wusste erstmal nicht weiter. Was antworte ich darauf?
    Als sie noch ein kleines Mädchen war, bin ich mit ihr stundenlang im Dorf unterwegs gewesen. Ihre Fragen zu allem möglichen Dingen wollten nicht enden. Ein unendlicher Wissensdurst und dann doch so schnell gelangweilt.

    Über die Jahre wurde sie immer stiller, zog sich zurück, hatte kaum mehr soziale Kontakte. Das Gehabe der Mitschüler war ihr zu kindisch.Sie baute sich eine soziale Welt über das Internet auf. In der Schule langweilte sie sich unendlich. Zusatzblätter erledigte sie in wenigen Minuten. Sie verschlang während des normalen Unterrichts Bücher und trotzdem war sie ein Top Schüler. Der Schulfrust wurde immer größer und ihre Augen immer schlechter.

    Augen?
    Ja, die Langeweile brachte meine Schwester dazu sich mit ihrem Körper auseinander zusetzten und hat ihr eigenes Gehirn überlistet. Sie sah doppelt, hatte Köpfweh usw. Kein Arzt konnte uns helfen. Letztendlich war meine Mama mit ihr bei einer Sehschule. Dort kam der entscheidende Hinweis. Die Vermutung einer Hochbegabung. In der Verzweiflung nah meine Mama jeden kleinen Hinweis an. Sie wollte meiner kleinen Schwester helfen und andere Krankheiten ausschließen. Also … Auf zum IQ- Test.
    Die Psychologin war nach den Testeinheiten vollkommen KO. Meine Schwester kam mit einem strahlendem Lächeln zurück. Der Test hat ihre grauen Zellen genau angesprochen und gefordert. Nach der Auswertung kam die Sicherheit. Nicht nur Hochbegabung….. Auch keine Inselbegabung….. Sie ist Höchstbegabt.

    Ja was bedeutet das jetzt und was kann für meine Schester getan werden, damit es ihr besser geht?
    “Nicht viel… ” War die Aussage der Psychologin. “Hätten sie ein ” dummes” Kind, wüsste ich sofort wo ich sie hinschicken kann.”
    Die Psychologin hat sich mit weiteren Experten beraten und letztendlich geraten meine Schwester auf eine Begabtenschule zu geben.

    Meine Mama recherierte …Allerdings gibt es kaum Schulen, die breitgefächert Begabungen schulen. Eine Entscheidung musste her. Mathematische Schule?Musikschule? Naturwissenschaftliche Schule? …. Die Entscheidung war schwer. Nach vielen Bewerbungen und einem Aufnahmetest, wollte meine kleine Schwester nur auf eine Schule, die ihr gefallen hat. Das Glück war auf ihrer Seite. Sie bekam einen der 25 Plätze für ihren Jahrgang. So begann sie vor fast 2- Einhalb Jahren auf der Landesschule Pforta. Nach kurzer Zeit hat sie sich sehr verändert und wurde zu einem lebensfrohem Teenager. Der halt doch etwas erwachsener ist als andere Kinder in dem Alter.

    Es ist immer ein abendteuer Kinder zu haben. Meine Schwester ist jetzt auf einem guten Weg und ich hoffe für dich und deine Kids, das ihr immer einen erfolgreichen Weg findet mit ” Diagnose” oder ohne. Das wichtigste ist das unsere geliebten Kleinen gut aufgehoben sind.

    Ich selbst bin auch auf dem Weg in eine ” Cocktail- Ehe” zu starten und werde sicher noch viel auf deinem Blog stöbern.

    Viele Liebe Grüße aus Abu Dhabi,

    Christiane

    • Liebe Christiane,

      tausend Dank für Deine Nachricht und dass Du die Geschichte Deiner Schwester mit mir geteilt hast! Ich habe mich wirklich RIESIG darüber gefreut und bin mir sicher, dass Du mir damit sehr geholfen hast!
      Denn im Prinzip war es zu einem ganz, ganz großen Teil diese Hochbegabung und die sich daraus ergebenden Situationen, Schwierigkeiten, Fragen etc, die mich letztlich erst zum Lesen und dann zum Schreiben und somit zu diesem Blog gebracht haben. Ich hatte das Gefühl, dass mir genau diese Art von Austausch helfen könnte. Und so ist es.
      Ja, auch bei uns ist die Astronomie ein großes Thema – dummerweise eigentlich so gar nicht mein Thema, so dass ich mich mit Vielem erst befassen muss. Zur Zeit machen Champ und ich uns Gedanken über Weltraummüll, denn Champ möchte eine Lösung finden, diesen zu reduzieren. Ein großes Thema ist auch Krieg und Frieden, Eliminierung von Gewalt “Mama, wieso muss es Kriege geben?” “Mama, was genau ist im zweiten Weltkrieg passiert?” Bei diesen Themen fällt es mir oft schwer, sie logisch einleuchtend, aber dennoch auf Kinderniveau zu erklären und beleuchten.
      Ja, unser Kinderarzt ist in der Tat sehr nett und hört auch zu. Seine Tendenz ist: Integration, nicht separieren, ganz normal behandeln und aufwachsen lassen und neben der Schule zusätzlich fördern, falls dies Sinn macht.
      Ich denke, da müssen Champ und ich nach und nach unseren Weg finden und ein Gefühl dafür bekommen, was ihm hilft, guttut und Spaß macht.
      Bei den Lehrern ist es, glaube ich, ein bisschen durchwachsen, mein erster Elternsprechtag als solcher steht noch aus…
      Liebe Grüße und ich ich würde mich freuen, immer wieder von Dir zu hören! Und nochmals: Ein ganz herzliches Dankeschön!
      Kate

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