Unser Rückblick auf den Schulstart und die Zeit davor….


Letztes Jahr um diese Zeit war alles noch ein bisschen anders, denn da hatten wir noch kein Schulkind. Da konnten wir noch manchmal morgens spontan entscheiden: „Nein, heute gehe ich nicht in den Kindergarten, heut’ ist mir nicht danach.

Da gab es noch keine Hausaufgaben, keine Lernzielkontrollen.

Nun ist alles anders und ich stelle gerade fest, dass alles so normal geworden ist, so zur Routine geworden ist, es läuft von alleine.

Und weil das so zu sein scheint, möchte ich gerne davon ausgehen, dass alles in Ordnung ist und gut ist, so wie es ist….hoffentlich…

Aber wie war denn die Zeit in der Schule bisher?

Zum einen war da die Umstellung von behüteter Kindergartenidylle „schauen, wir mal und wenn Du nicht möchtest musst Du nicht“ auf regelorientierten Schulalltag. Die Umstellung auf wir müssen pünktlich um 08:00 Uhr an der Schule sein.

Dann sind da die Hausaufgaben (dazu wird es auch nochmal einen separaten Post geben), mal geliebt, mal Diskussionsstoff, aber eben Pflichtprogramm, mit dem man umgehen und sich auseinandersezten muss.

Da sind all die anderen und zum Teil, zu Beginn des Schuljahres unbekannten, anderen Kinder, mit  denen es klarzukommen gilt, unter denen man sich behaupten muss.

Da sind kleine Verpflichtungen, bzw. „Selbständigkeitsaufgaben“, wie die Federmappe in Ordnung halten und alle Stifte rechtzeitig anspitzen, das aus der Schulbücherei in der Pause ausgeliehene Buch rechtzeitig auch wieder dort abgeben, an den Turnbeutel denken, den Ranzen in Ordnung halten.

All das gehört dazu und in all das wächst man hinein.

Wenn ich mich jetzt zurück erinnere an die ersten Schulwochen, dann denke ich an Bauchweh….

Denn es gab viele Tage, an denen Champ auf dem Weg zu Schule plötzlich Bauchweh hatte.

Dann kamen zum Glück recht schnell die Tage, an denen Champs Bauchweh verschwunden war, sobald wir auf dem Schulhof die Heiratsfreundin oder einen seiner Freunde getroffen haben. Und dann passierte eines Tages folgendes:

Wir sind auf dem Fußweg zur Schule und Champ klagt wieder über Bauchweh – nichts Besonderes eigentlich könnte man meinen ; ) Aber dann sagt er doch allen Ernstes „Mama, ich weiß, dass das nun richtige Bauchschmerzen sind, denn ich habe nicht mehr den Trennungsschmerz (!!!) wie früher. Ich finde es kein Problem mehr, für eine Zeit von Dir getrennt zu sein, das ist ok, denn es macht ja auch Spaß mit meinen Freunden und so. Aber heute da tut der Bauch echt weh.“ Und da wusste ich, dass er wirklich etwas im Bauch fühlte und nicht im Herzen ; )

Durch all diese kleinen Dinge wird mir immer wieder bewusst: Champ hat eine Entwicklung durchgemacht, die für mich gar nicht immer so sichtbar war, denn sie fand ja zumeist ohne mich im Klassenzimmer und auf dem Schulhof statt. Er hat sich seinen Weg gebahnt, hat sich durchgesetzt, ist mit Situationen ohne mich klargekommen, hat seine eigenen Lösungen gefunden.

Heute war zum Beispiel auch wieder ein Tag, an dem mir die Entwicklung bewußt aufgefallen ist, aber eben auch die Tatsache, dass Champ eben doch auch noch ein kleiner, 6-jähriger Junge ist, der sehr an uns hängt und sich freut, wenn einer von uns mit dabei ist:

Er braucht uns eben doch noch sehr!

Heute war das Frühlingsbasteln in der Schule. An diesem Tag brauchen die Kinder keinen Ranzen, sondern nur ihre Federmappe, ein Pausenbrot, ein Getränk, eventuell eine passende CD zum Anhören in der Klasse. Und dann wird 4 Schulstunden lang aufgezeichnet, ausgeschnitten, geklebt und gebastelt, um alle Fenster der Schule passend zur Jahreszeit zu dekorieren. Zu diesem Basteln sind immer 3-4 Mütter dabei, die den Kindern helfen. Beim letzten Mal, also beim Herbstbasteln, war ich auch dabei. Diesmal konnte ich aber nicht, weil ich einen Termin hatte und da dieser schon einmal verschoben wurde, wollte ich nicht noch einmal verschieben. Daher hatte ich mich nun nicht als Helferin eingetragen.

Als Champ das aber heute Morgen so richtig bewusst wurde, war er erst sehr geknickt und fing dann an zu weinen und sagte „Mama, ich weiß, dass ich normalerweise alleine in die Schule gehe und das ist auch an normalen Tagen ganz ok so und kein Problem, aber wenn ich dann die Mamas von anderen Kindern dort sehe, dann will ich meine auch da haben, sonst bin ich traurig“.

Da tat mir Champ leid und wir haben spontan umgeplant: Ich habe trotzdem meinen Termin wahrgenommen und der immer noch etwas Bronchitis angeschlagene Daddy Cool ist mit Champ zum Basteln gegangen (die beiden haben das übrigens sehr gut miteinander hingekriegt).

Ich bin wirklich froh, dass wir so etwas eigentlich immer machen: Spontan umplanen und –organisieren, wenn es Champ oder auch Princess mit einer Situation nicht gut geht.

Denn gerade mit der Schule habe ich nun gemerkt: Es ist viel, was auf die Kinder zukommt, wenn sie Schulkinder werden. Es sind bei Weitem nicht nur die rein fachlichen Kenntnisse in Mathematik oder Deutsch, die erworben werden müssen. Es ist auch ein ganz großes Stück an Selbständigkeit, das gefordert wird. Und die emotionale Stärke, das in sich Gefestigt sein ist unabdingbar. Auf Vieles kann man sich und auch die Kinder vorbereiten, so findet Ihr zum Beispiel viele interessante Themen rund um die Einschulung in diesem kostenlosen Ratgeber zusammengefasst.

Ich glaube, die Schule ist auch für uns Eltern ein ziemlich großer Schritt. Ja klar, da sind auch wir alle durchgegangen, haben es geschafft, können uns vielleicht zum Teil gar nicht mehr an das erste Schuljahr und die Erlebnisse und vor allem Gefühle von damals erinnern. Aber ich glaube in einem Kind, einem Erstklässler ist ziemlich viel an Gefühlen, vielleicht manchmal auch Ängsten, die bewältigt und verarbeitet werden wollen.

So merke ich bei Champ immer wieder, dass er sich wirklich freut, wenn einer von uns bei Aktionen und Projekten in der Schule dabei ist. Und ich merke, dass er auch zuhause Zeit mit uns braucht. Er genießt es, mit uns zu kuscheln, quatschen und lesen, wenn Princess abends schon im Bett ist und er noch ein bisschen Bonus/Extrazeit bekommt.

Ich glaube umgekehrt aber auch, dass ihn Vieles, worüber ich mir vielleicht Gedanken mache gar nicht beschäftigt.

So habe ich ihn z.B. vor diesem Post einmal gefragt, was er so denkt, was für ihn beim Schulstart wichtig war, was gut war, was weniger gut war. Seine Antwort war: „Also weißt Du Mama, das ist doch klar, das Wichtigste war die Schultüte und wieso fragst Du mich das alles überhaupt?“

Und ich stelle für mich fest: Kinder denken da wohl in Allem etwas praktischer als wir Erwachsenen. Vieles, was mich bewegt und beschäftigt hat, war für Champ scheinbar gar nicht so wichtig. Dafür hat er aber vielleicht andere Sorgen, Nöte oder Fragen, auf die ich vielleicht gar nicht gekommen bin. Bei allem Vorbereiten, was wir Erwachsenen brauchen und das durchaus auch Kindern hilft – allein schon deswegen, weil wir uns mit Vorbereitung sicherer fühlen und wenn wir uns sicherer fühlen, springt dieses Gefühl automatisch auf unsere Kinder über – ist für die Kinder die Vertrautheit wichtig, die Liebe, die sie zuhause fühlen, das Zuhören und das einfach da sein.

Übrigens, die Schule ist nicht nur für Eltern und das Schulkind ein Schritt, sondern auch für das jüngere Geschwisterkind 😉

Ich hab’ keine Ahnung, ob wir alles richtig gemacht haben mit der Schulwahl, dem Schulstart, der Hausaufgaben-Routine, aber ich habe gemerkt, dass bei allem das Bauchgefühl ungemein hilft.  Und da versuche ich mich nun immer drauf zu verlassen, denn es gibt doch da so einen netten Reim, den ich schon an verschiedenen Stellen gelesen habe und von dem ich überzeugt bin, dass er hilft:

Alles wird gut, wenn man es mit Liebe tut.

Und wie habt Ihr den Schulstart und die Zeit davor erlebt oder wie erlebt ihr sie vielleicht gerade? Was hat Euch gutgetan?

Eure,

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