Über das Mama-sein

Vorgestern Nacht hätte ich ja eigentlich durchschlafen können, denn Champ ist da ausnahmsweise mal nicht aufgewacht, aber diesmal dafür Princess und das zweimal : (

Irgendwie ist ja immer alles anders und ganz besonders dann, wenn man selber einen Plan oder Wunsch hat: Wenn ich zum Beispiel an einem Tag denke, dass ich dringend einmal dieses oder jenes zuhause im Haushalt erledigen sollte, dann kann ich mir sicher sein, an diesem Tag geht garantiert etwas schief und aber Champ oder Princess hat schlechte Laune und ich muss dauernd Streit schlichten. Oder wenn ich einen Termin habe und pünktlich fertig sein möchte und von zuhause los möchte, dann trödelt Champ garantiert oder Princess rührt sich nicht vom Fleck, wenn wir los müssen.

Deswegen denke ich mir mittlerweile schon meist „planen geht eh nicht, also das Beste draus machen und es mit Humor nehmen“ . Als Mama bleibt einem nichts anderes übrig, als ein wie man so schön sagt: „going with the flow“.

What to do, gehört auch dazu, so ist das mit dem Mama-sein.

Aber nicht nur ein „going with the flow“ braucht man als Mama, sondern auch noch eine gehörige Portion Geduld. Denn oft beantwortet man die gleiche Frage gefühlte 100mal. Oder aber man muss seine Arbeit, das worauf man sich gerade konzentriert, was man gerade erledigt alle 2-5 Minuten unterbrechen, weil ein kleines Wesen Hilfe bei irgendetwas braucht, eine ganz dringende Frage hat, eine Rechenaufgabe lösen will, unbedingt einen Reim braucht und, und, und. So kommt es dann, dass ich eine Nachricht an die weltbeste Nachbarin schreibe, in der die Hälfte der Information fehlt, weil ich den Text zwar im Kopf gedacht habe, aber nicht getippt habe, da ich unterbrochen wurde und hinterher meinte, ich habe das ja schon geschrieben. Und sie schreibt mir zurück: „Ich denke, Du meinst….. – keine Sorge habe Dich auch ohne Text verstanden ; )“ Dann erst merke ich, was ich für einen Quatsch geschrieben habe…

Aber selbst mit Geduld und einem „going with the flow“ ist es immer noch nicht getan. Dann braucht man immer noch die Gelassenheit und das „Gott-Vertrauen“, denn über irgend etwas macht man sich immer Sorgen oder zumindest Gedanken: Ist das Gewicht ok, sollten sie nicht eigentlich mehr wiegen, haben sie nun genug gegessen, wieso wacht er nachts auf und hat Angst, schafft sie das alles im Kindergarten, wie ist das alles für ihn in der Schule, sind die anderen manchmal gemein zu ihm und, und, und…..Dann ist da noch das schlechte Gewissen, die Selbstzweifel, die Unsicherheit: War das nun die richtige Entscheidung, habe ich alles richtig gemacht, war ich zu streng, hätte ich anderes reagieren sollen, war ich zu nachgiebig….???

Gestern hat mir jemand gesagt, dass ich ja mit all dem was ich mache und leiste eigentlich eine „Top-Managerin“ sei. Da mußte ich zwar in dem Moment drüber lachen, denn was habe ich als Mama mit einer Managerin schon gemeinsam: Nichts würde ich sagen.

Aber wenn ich es mir einmal genau überlege, dann muss ich sagen als Mama ist man zwangsläufig effizient, effektiv und lösungs-und prozessorientiert. Alles wünschenswerte Manager-Qualitäten!

Aber es stimmt tatsächlich, ich glaube, ich war noch nie so effizient, wie jetzt als Mama. Sobald ich morgens aufstehe, überwache ich Prozesse und versuche sie stetig zu optimieren: Aufstehen, Badezimmer-Prozedere, Frühstück, Schulweg, Ranzen und Sportbeutel mitnehmen, Kindergartenweg….. – ich bin es der die Uhr im Auge behält und koordiniert.  Auf dem Weg in die Küche, um meinen Becher mit Milch zu holen, hebe ich ein paar Legoteile auf, die irgendwo im Wohnzimmer herumliegen und rufe gleichzeitig Champ, der in seinem Zimmer ist, er möge doch jetzt bitte seine Jacke und Schuhe anziehen, weil wir los müssen. Während ich Gemüse kleinschneide für die Suppe etc, beantworte ich essentielle Fragen wie „Mama, wo geht die Sonne abends und nachts hin, wieso muss es dunkel werden?“ Ich tröste, ich klebe Pflaster, ich beruhige, ich höre zu, ich mache Hausaufgaben, ich schlichte Streit, ich spitze Stifte an, ich wische Popos ab und 100.000 andere Dinge mache ich auch noch und das oft gleichzeitig. Ich muss mich organisieren, denn das ist meine einzige Chance.

Manchmal bin ich so unendlich müde, weil Champ jede Nacht aufwacht und Angst hat und nach mir ruft, aber ich schaffe es trotzdem, es geht.

Und es geht deswegen, weil eine Mama absolut genau so effizient ist, wie ein Top Manager, das ist tatsächlich so. Als Mama ist man zwangsläufig multi-tasking, es geht gar nicht anders.

Und so ist das Mama-sein natürlich manchmal ganz schön anstrengend.

Aber es ist auch so schön. Denn wenn zwei kleine Hände einem ganz leicht über das Gesicht streichen und ein kleiner Mund einem dazu sagt „Mama, iss liebe diss“, dann ist das unbeschreiblich schön. Wenn man plötzlich ein kleines Hinterteil wieder einmal neben sich im Bett fühlt, das sich an einen kuschelt und dann nach wenigen Minuten wohliges Schnarchen zu hören ist, dann ist das irgendwie süß. Wenn einem jemand sagt „Mama, ich bin so froh, dass der Papa keine andere Frau als Dich geheiratet hat, denn sonst hätte ich ja eine andere Mama“, dann ist das die niedlichste Liebeserklärung, die man sich denken kann und man ist total gerührt. Wenn man zur Entspannung eine Igelball Massage bekommt, dann kann man das genießen. Wenn einem jemand ein selbstgemaltes oder gebasteltes Herz in die Hand drückt und sagt „das ist für Dich, weil ich Dich so dolle lieb hab. Tu das in Dein „Schreibbuch“, damit Du immer an mich denkst, ok Dann bin ich immer bei Dir!?“, dann macht mich das so nostalgisch und sentimental.

Bei aller Anstrengung, bei allen Tugendenden (going with the flow, Geduld, Gelassenheit, Mut), die man als Mama so braucht, überwiegt doch ohne Frage und jederzeit die Dankbarkeit, diese kleinen, wunderbaren Wesen haben zu dürfen und mit ihnen wachsen und lernen zu dürfen! Das ist das Größte und das Beste (und da kann kein Top-Manager mithalten!)!!!

Und wie erlebt Ihr das Mama-sein???

Eure,


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1 Gedanke zu “Über das Mama-sein

  1. Oh liebe Kate, wenn du wüsstest wie sehr ich deiner Meinung bin…wir haben heute unser erste Osterfest mit Baby-G und unserer Familie. Ein kleiner Osterbrunch den wir seit wir ins Haus gezogen sind jedes Jahr bei uns machen. Während der ersten Tage alleine mit Baby-G hatte ich das Gefühl ich komme zu nichts mehr und schaffe garnichts außer das Baby satt zu machen. Aktuell erledige ich die Vorbereitungen für einen Brunch während Baby-G im Tuch selig schlummert, parallel habe ich eine Maschine Wäsche gemacht, die andere in den Trockner gepackt, gestaubsaugt, aufgeräumt, Spülmaschine ausgeräumt und alles hübsch drapiert. Auf dem Weg noch flott Spielzeug auf der Decke gesammelt damit der Besuch nicht hinfällt und dann pünktlich auf dem Sofa pausiert um Baby-G zu stillen als Papa-P aus der Dusche kommt und fragt was noch zu tun ist. Eh nichts, alles fertig. Ich stelle wie du so schön sagst eine unheimliche Effizienz und Koordination fest die an mir völlig neu und faszinierend ist. Manchmal muss ich mich an meine Mutter erinnern die manches Mal sagte, wenn ihr mich nicht hättet um den Verstand zu tun,…..stimmt irgendwie. Das Mamawerden macht einen robuster und belastbarer als man es jemals war.

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