Rituale


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In der letzten Zeit kommen mir immer wieder Gedanken zum Thema Rituale.

Rituale sind wichtig für mich und ich weiss, dass sie für meine Kinder wichtig sind.

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Wir haben ziemlich viele davon, kleinere und grössere: Rituale, die uns helfen, keine Angst zu haben, Rituale für das Ins-Bett-gehen, Rituale beim Essen und Tisch decken, Rituale beim Aufstehen, Rituale der Begrüssung, Rituale des Verbundenseins und noch vieles mehr (mehr dazu im Detail an späterer Stelle, das wird ein eigenständiger Blogpost werden).

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Und doch habe ich das Gefühl, wir haben all zu viele Rituale “einstweilen” über Bord geschmissen, sie mussten der Praktikabilität und dem Zeitmangel weichen. Vieles hat scheinbar an Wichtigkeit verloren. Alles ist schnelllebig, das Innehalten fehlt.

All zu oft denkt man “ach, jetzt mit Kindern geht das nicht mehr so, das dauert zu lange, die verstehen das nicht, es macht zu viel Arbeit oder Aufwand”.

Mir ist aufgefallen, dass wir zum einen Vieles weggelassen haben, seitdem die Kinder da sind, aber auch seitdem wir nach Deutschland gezogen sind.

Da die Kinder und der Umzug nach Deutschland sozusagen zur gleichen Zeit kamen, kann ich nicht wirklich sagen, ob mehr das Eine oder mehr das Andere der Grund für das Wegfallen vieler Rituale ist. Fakt ist: Oft muss alles schnell gehen, einfach nur funktionieren.

Aber eigentlich, wenn ich ehrlich bin, sind nicht wirklich die Kinder (denn die können nichts dafür, wissen es ja nicht besser) der Grund, sondern unsere Bequemlichkeit.

Ja, das stimmt, Rituale machen oft Arbeit oder Aufwand, sie sind manches mal nicht bequem und nicht “die schnelle Lösung”, aber sie tun trotzdem gut.

Und so bin ich gerade dabei viele unserer “alten Rituale”, aus der Zeit vor unseren Kindern, aus der Zeit am persischen Golf wieder einzuführen, wieder Teil des Ganzen werden zu lassen.

Manches ist einfach und schnell getan und braucht kein “Zermoniell” , manches erfordert, dass man wirklich täglich daran denkt, manches erfordert, Erklärungen und Eingewöhnzeit für die Kinder und Geduld auf unserer Seite.

Aber ich merke immer wieder, dass es den Kindern gut tut, Spaß macht und es ihnen Halt und einen sicheren Rahmen gibt. Und irgendwie sind es doch auch die ganz persönlichen Familienrituale, die das “Zuhause” ausmachen, die den Kindern helfen, ihre Identität zu finden und auszuleben.

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Ich fnde es gerade bei uns besonders wichtig, weil bei uns zwei Welten zusammen kommen und ich möchte, dass die Kinder an beiden Welten teilhaben, beides kennen und verinnerlichen, sich in beidem zuhause fühlen. Ich möchte, dass nichts verloren geht, dass alle alten Traditionen erhalten bleiben und weiterleben.

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Vor ein paar Tagen las ich bei Susannes “geborgen-wachsen” über die Tradition des Blessing ways. Seitdem geht mir dieser Artikel nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe diese alten Indianer-Rituale als etwas total schönes und wertvolles empfunden: Eine Perle als Geschenk von jeder Frau an die bald Gebärende, um ihr Stärke für die Geburt zu wünschen, eine Kerze für jede der Frauen, die brennen soll während der Geburt, als Verbundenheit mit der Gebärenden, Henna-Bemalung des Babybauches und der Hände aller Frauen als Zeichen des bevorstehenden Festes und auch der Natur-und Körperverbundenheit, Rosenöl und Rosenblätter für Geburt und Mutterschaft.

Für mich zeigte das alles auf eindrucksvolle Weise, wie wichtig und kostbar Rituale sind, wie sehr sie helfen und was sie zu bewirken vermögen.

Ich habe mir vorgenommen, falls das Schicksahl sich so fügt, dass wir ein drittes Kind bekommen, möchte ich diese Rituale gerne übernehmen, um so eine dann wohl letzte Schwangerschaft zu feiern und genießen.

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Denn innehalten, etwas feiern, etwas zelebrieren, etwas wirklich genießen, etwas in Ruhe machen, fehlt das nicht so oft in dieser schnellen Zeit?

Wie ist das bei Euch, welche Rituale habt Ihr? Und wie wichtig sind Rituale für Euch?

Eure Kate