Der Weihnachtsmann

 

Diesen Text fand ich während der letzten Weihnachtszeit.

Die Autorin kenne ich nicht, weiß nicht genau, woher/von wem der Brief stammt.

Aber ich fand den Text so schön und die Erklärungen so behutsam ehrlich, dass ich den Text gerne mit Euch teilen möchte:

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In der Vorweihnachtszeit ist der Weihnachtsmann einfach überall. Im Kaufhaus nimmt er die Wünsche der Kinder entgegen, in der Straße steht er und sammelt Geld für den guten Zweck und auf dem Weihnachtsmarkt um die Ecke trinkt er gerade einen Glühwein. Da werden Kinder irgendwann stutzig und fragen, ob es den Weihnachtsmann eigentlich wirklich gibt.

In so einer Situation ist guter Rat teuer. Anlügen möchte man seine Kinder nicht. Man will ihnen aber auch nicht die schöne Märchenwelt rund um Weihnachten und den Weihnachtsmann nehmen. Und genau da setzt der Brief einer Mutter an, deren Tochter dahinter gekommen ist, dass nicht der Weihnachtsmann die Geschenke bringt, sondern ihre Mutter.

Eines Tages fragte die kleine Lucy ihre Mama in einem Brief: „Bist du der Weihnachtsmann?“ Mama Martha ließ sich ein wenig Zeit mit ihrer Antwort, schrieb ihrer achtjährigen Tochter dann aber einen Brief, in dem sie ehrliche, aber dennoch sehr schöne Worte fand.

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Liebe Lucy,


vielen Dank für deinen Brief. Du hast eine sehr gute Frage gestellt: „Bist du der Weihnachtsmann?“
Ich weiß, dass du schon lange auf die Antwort darauf wartest und ich musste mir einfach ein bisschen Zeit mit der Antwort lassen, um die richtigen Worte zu finden.

Die Antwort ist nein. Ich bin nicht der Weihnachtsmann. Es gibt keinen Weihnachtsmann.

Ich bin diejenige, die die Geschenke unter den Baum legt. Ich suche sie aus, packe sie ein und lege sie unter den Baum, genau so wie es meine Mama für mich gemacht hat und ihre Mama für sie. (Und ja, Papa hilft auch.)

Ich stelle mir vor, wie du das eines Tages für deine Kinder machen wirst, und ich weiß, dass du es lieben wirst, sie am Weihnachtsmorgen die Treppe runter laufen zu sehen. Du wirst es lieben, wie sie unter dem Baum sitzen und ihre kleinen Gesichter von den Weihnachtsbaumkerzen beleuchtet werden.

Aber das macht dich noch nicht zum Weihnachtsmann.

Der Weihnachtsmann ist viel größer als irgendeine Person und seine Arbeit gibt es länger als jeden einzelnen von uns. Was er macht ist einfach, aber sehr beeindruckend. Er bringt Kindern bei an etwas zu glauben, was sie nicht sehen oder anfassen können.

Das ist eine riesen Aufgabe und eine sehr wichtige noch dazu. Dein ganzes Leben lang wirst du die Fähigkeit brauchen, an etwas glauben zu können: an dich selbst, an deine Freunde, an deine Talente und an deine Familie. Du wirst außerdem an Dinge glauben müssen, die du nicht messen oder in deinen Händen halten kannst. Ich spreche von Liebe – die große Macht, die dein Leben zum Strahlen bringen wird, selbst in den dunkelsten Momenten.

Der Weihnachtsmann ist ein Lehrer und ich war eine seiner Schülerinnen und jetzt kennst auch du das Geheimnis, wie er es schafft, an Weihnachten all die Kamine herunter zu kommen: Er hat Hilfe von all jenen, deren Herzen er einst mit Freude erfüllt hat.

Mit unserem ganzen Herzen helfen Menschen wie dein Papa und ich dem Weihnachtsmann dabei, einen Job zu erledigen, der sonst unmöglich zu bewerkstelligen wäre.

Also nein, ich bin nicht der Weihnachtsmann. Der Weihnachtsmann ist Liebe und Magie und Hoffnung und Glückseligkeit. Ich bin in seinem Team und jetzt bist du es auch.

Ich liebe dich und werde dich immer lieben.
 Mama

Wir finden die Worte wirklich wunderschön. Sie rücken das Schenken in das richtige Licht. Es geht nicht um den Konsum oder darum, das neueste Teil von irgendetwas zu haben, sondern es geht darum, Freude und Liebe zu schenken.

 

 

Wie ist das denn bei Euch mit dem Weihnachtsmann?

Eure,

kate