Wieso sieht eigentlich bei anderen immer alles so einfach aus?

Bei anderen sieht alles immer so einfach aus.

Wieso ist das eigentlich so? Wieso scheint bei anderen alles zu klappen?

So oft denke ich:

  • Sind es eigentlich nur meine Kinder, die so laut sind?
  • Sind es eigentlich nur meine Kinder, die dies und das und jenes nicht essen wollen?
  • Sind es eigentlich nur meine Kinder, die am liebsten 3-4 Mal vom Esstisch aufspringen wollen weil sie ganz dringend etwas erledigen wollen?
  • Wieso schaffe ich es nicht, mich jede Woche so zu organisieren, dass 3x Nordic Walking (das ist ja dann eh schon der einzige Sport, den ich mache) drin sind?
  • Wieso finde ich einen wöchentlichen Nachmittags-Termin (Schwimmen) und einen Wochenend-Termin (Malschule) für Champ ausreichend (und ich muss sagen, das reicht mir wirklich, denn immer bin ich es, die die Uhr im Auge behalten sollte und Champ dazu anhält die Hausaufgaben zügig und rechtzeitig fertig zu kriegen), während andere 3-4 Mal die Woche Programm haben?
  • Wieso schaffe ich manchmal die Bügelwäsche erst spät abends zu erledigen?
  • Wieso weiss ich oft nicht was ich kochen soll?
  • Und wieso ist es eigentlich so, dass sich andere scheinbar alles erlauben können, nicht rechnen oder denken müssen?
  • Wieso haben alle bessere Kameras und Fotos als ich?

Über diese WIESO bei ANDREREN- Fragen hatte ich nun als sie zu Champs Geburtstag bei uns war, einen kleinen Gedankenaustausch mit der Weltbesten Nachbarin. Leider sind wir mit dem „Austausch“ noch gar nicht fertig geworden und brauchen dringend nochmal „einen Abend bei uns auf dem Sofa“ ; )

Aber wir zumindest schon einmal soweit gekommen, dass uns klar wurde

  • bei anderen ist auch nicht immer alles einfach, es sieht nur so aus
  • andere sind andere, und ich bin ich
  • wenn ich den Blickwinkel verändere und es andres sehe und das Gewicht auf etwas anderes lege, dann ist vielleicht gar nicht mehr alles einfach bei anderen
  • was ist denn eigentlich wichtig für mich, was tut mir gut und was passt zu mir?
  • jeder Mensch hat sein ganz eigenes Päckchen zu tragen, ist ist so und da hilft kein vergleichen (ach zum Thema vergleichen da fällt mit gerade etwas ein: Unser Pfeffer sagte einmal in einer Predigt „wenn sie sich selbst eine reinhauen wollen und sich selbst runterziehen wollen, dann vergleichen sie sich“ – diese Predigt und diesen Spruch fand ich super – ist schliesslich immer noch in meinem Kopf!)

Mir ist auch aufgefallen, dass es ein paar Blogs gibt, die ich früher oft und gerne gelesen habe, aber nun viel weniger oder kaum mehr dort unterwegs bin. Und zwar deswegen nicht, weil es auf mich manchmal zu perfekt wirkte, zu ruhig und besonnen, zu organisiert und immer unter Kontrolle, zu perfekt gesund ernährt, zu viel pädagogisch wertvolles Spielzeug und man sich zudem auch noch alles leisten konnte. Ich weiß nicht, wieso das so ist, wieso dieser Eindruck entsteht oder ob es tatsächlich so ist. Aber der blosse Eindruck an sich stört mich und läßt in mir diese dummen „Wieso-Fragen“ aufkommen. Also lese ich nicht mehr weiter, denn ich höre dann in meinem Kopf den Pfarrer „wenn sie sich selbst eine reinhauen wollen, dann vergleichen sie sich!“

Denn Leben ist doch bekanntlich das, was passiert, also sollte eben auch was passieren, damit es Leben ist und man das Gefühl hat, dass es „wirklich“ ist und dazu gehört dann wohl unvermeidlich auch, dass Mal etwas nicht klappt.

Wenn die Weltbeste Nachbarin und ich unseren nächsten Quatsch-Abend hatten, verrate ich Euch, zu welchen Weisheiten wir durchgedrungen sind ; )

Und überhaupt ist doch das Beste, dass meine Kinder so quietschlebendig sind und so viel Energie haben, auch wenn das mich manches Mal viel Energie kostet ; )

Wie ist denn das bei Euch mit den „wieso-Fragen“, kennt Ihr das auch? Wie geht Ihr damit um? Was hilft Euch?

Eure,