Sie sind so wie sie sind …

so wie sie sind - Schulkinder - Mamasboy

Jetzt kehrt langsam Ruhe ein, Ruhe im Kopf meine ich. In den letzten zwei Wochen hatte ich nämlich eine Art Donnerwetter im Kopf. Und das obwohl ich soweit alles organisiert und vorbereitet hatte. Diese letzten zwei Wochen vor Weihnachten sollten eigentlich ganz ruhig werden, nur noch Karten schreiben und basteln. Dann war er auf einmal da, der Vorfall auf dem Schulhof. Und dann war sie auf einmal da, die Whats App Nachricht einer anderen Mama. Und das hat in mir und bei mir alles auf den Kopf gestellt. Ich habe mich selber verrückt gemacht, mein Kind verrückt gemacht (obwohl ich sagen muss, er war besser als ich, er hat sich nämlich nicht verrückt machen lassen!) und erst zum Schluß erkannt, dass es sich mit Kindern eben so verhält:

Sie sind so wie sie sind und das ist auch gut so.

so wie sie sind - Schulhof - Zweitklässler

Was war passiert, was hatte mich so aus der Bahn geworfen?

Champ war in Vorfälle, die sich auf dem Schulhof zugetragen haben involviert. Mal war er Opfer und hat sich, da ihm nichts anderes mehr blieb mit Kratzen gewehrt. Mal hat er mitgemacht, einfach nur mitgemacht, hat das gemacht, was die ganze Gruppe gemacht hat und na klar, wie könnte es anders sein, ihm passiert das Missgeschick und er wird beschuldigt.

Klar es war kein schöner Vorfall, es hätte nicht sein müssen. Aber es sind eben auch Jungs und Jungs, die noch Kinder sind, Jungs, die noch lernen müssen. Mehr als solche Vorfälle machen mir eigentlich die Zitate, mit denen Champ manchmal nach hause kommt, Sorge.

Als ich Champ an diesem Tag von der Schule abgeholt habe, konnte ich gleich an seinem Gesicht sehen, dass etwas nicht stimmte. Als er mir dann, als ich wissen wollte, was denn los sei antwortete: „Erzähl‘ ich dir, wenn wir zuhause sind!“, wußte ich, dass es etwas Ernsteres war.

so wie sie sind - Schulhof - Hofpause - Zweitklässler

Im Auto sprudelte Champ dann los, alles wild durcheinander. Was ich schlußendlich verstanden habe war, er hat mitgemacht, das gemacht was alle machten, ihm passiert ein Missgeschick. Dann kippt die Situation, jemand sitzt auf ihm und schlägt ihn ins Gesicht. Er weiß sich nicht zu helfen und kratzt schließlich den Anderen ins Gesicht.

Irgendwie schwante mir auf dem Heimweg schon, dass da noch was kommen würde. Es war 13 Uhr, als ich Champ abgeholt habe und um 13:49 Uhr fand ich bereits die Nachricht der anderen Mutter in meiner whats app inbox. Von da ab nahm alles seinen Lauf…

Vor und zurück ging alles und ich muss sagen, ich habe teilweise die Nachrichten, die mich erreichten schon als eine recht offensive und anklagende Kommunikation empfunden.

Wir haben mit Champ gesprochen, ganz klare Regeln aufgestellt, ihn „bearbeitet“, lieber mit anderen Kindern zu spielen.

Als ich dann zu guter Letzt eine an die Klassenlehrerin gerichtete Nachricht, die aber (versehentlich? oder absichtlich? ich weiss es nicht…) in meinem E-mail Postfach landete, in der die gleiche Mutter, die ich ja nun bereits von den whats app Nachrichten kannte, in eindeutiger Sprache „die anderen Kinder“ (inklusive Champ) beschuldigt und fordert, dass man diese als eindeutige und alleinige Täter behandele und ihr Kind, so wie ein anderes als Opfer zu sehen habe. Sie fordert, dass „die anderen“ lernen müssen und alles über die Ferien nicht vergessen dürfen. Und sie fordert für ihr eigenes und das andere Kind das Recht auf ein Verleben entspannter Pausen.

Falls ich es bis dahin noch nicht begriffen hatte, habe ich es mit dieser Nachricht begriffen:

Es ging hier gar nicht mehr um die Kinder, es war eine Sache der Mütter.

Seitdem ich das verstanden hatte, wollte ich nur noch raus aus allem und mir war klar: Das mache ich nicht nochmal mit.

Denn wie bitte schön sollen die Kinder denn Gemeinschaftlichkeit, Verständnis, Toleranz und Respekt lernen, wenn schon die Mütter das nicht hinkriegen?

so wie sie sind - Schulkind

Die Kinder sind so wie sie sind und das sollten auch wir Mütter akzeptieren, wir können sie weder auf Knopfdruck, noch mit Gewalt so ändern, wie wir es gerne möchten. Aber sie finden dennoch ihren Weg, sie machen Fehler und lernen daraus, genauso wie wir selber das auch getan haben! Am Ende müssen wir unseren Kindern vertrauen, genauso wie sie uns vertrauen. Und vor allem müssen wir zu ihnen stehen, egal was kommt.

In diesem Sinne, wünsche ich Euch allen friedliche und harmonische Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch in das neue Jahr!

Eure,

PS.: Fall Ihr hier noch nicht so lange mitlesen solltet, schaut doch einmal hier, oder hier, oder hier rein : )