Die Einschulung – unser erster Schultag

Einschulung - erster Schultag - Erstklässler

Es war so nah und schien doch so weit weg zu sein. Es gab so Vieles, was noch “davor” lag: Der Urlaub, die Geburtstage der Kinder und vieles mehr. Und deswegen war es gefühlt noch weit weg und dauerte bis zur Einschulung.

Aber dann wurde mir irgendwann bewusst: Es wird ganz bald da sein! Ich kann es nicht mehr verdrängen, alles, was “davor” lag, ist nun vorbei! Die Einschulung kommt ganz bald.

Und dann habe ich endlich angefangen, mich damit zu beschäftigen und mich und Champ darauf vorzubereiten. Wir haben Tisch-und Fensterdeko gebastelt, haben in den letzten Tagen vor “dem Tag” eine Girlande quer durchs Wohn-und Esszimmer gehängt und haben natürlich die Schultüte gebastelt. Alles Vorbereitungen für die Einschulung…

 

Einschulung - Schultüte basteln

Einschulung - Schultüte basteln

Schließlich kam die Woche, in der am Samstag die Einschulung sein würde und in genau dieser Woche war Princess krank, sie hatte Fieber, schlief schlecht und hat sich gegen Ende der Woche zweimal übergeben – und das ausgerechnet beim Einkaufen im Supermarkt und dann noch einmal nachts im Bett (da war es zum Glück nicht viel) …Wir kriegen sonst nie “solche Magen-Darm-Sachen”! Urrgh!

Und so kam es, dass auch ich die ganze Woche schlecht schlief, Rückenschmerzen hatte, rasende Kopfschmerzen bekam und mich in der Nacht vor der Einschulung schließlich auch übergeben musste.

Es war wie verhext. Es gab tausend kleine Dinge, die ich vorher noch erledigen wollte, und am Abend vor der Einschulung wollte ich die Marzipandeko für den Kuchen formen. Nichts habe ich geschafft, Daddy Cool hat die Marzipandeko geformt, Oma hat die Kinder geduscht und ins Bett gebracht und Daddy Cool hat dann ab 03 Uhr nachts die Nacht in Champs Bett verbracht, weil Champ Angst hatte und alleine nicht wieder einschlafen konnte. Und ich hing würgend über der Badewanne.

Na toll! Das hatte ich mir anders vorgestellt! Keine andere Nacht war jemals so gewesen und ausgerechnet jetzt so etwas!

Aber wer weiß, vielleicht gehörte das alles zu “meiner Vorbereitung auf den Tag” dazu. Denn schlußendlich war alles gut so, wie es war! Und selbst das Wetter hätte nicht besser sein können.

Champ hatte die Nacht gut mit Papa geschlafen. Meinem Magen und Kopf ging es am Morgen besser und nachdem ich geduscht und meine Haare gemacht hatte fühlte ich mich gut. Die Rücken – und Kopfschmerzen waren weg und ich hatte sogar Appetit!

Und dann war sie da die

Einschulung

Wir zogen gemeinsam mit Oma und Opa los zur Kirche. Da wir erst kurz vor Beginn der Messe dort eintrafen, mussten wir mit den Plätzen, die noch frei waren vorliebnehmen. So saßen wir im Seitenteil, aber recht weit vorne. Champ war zunächst bei uns. Bis zu dem Moment, wo alle Schulkinder zwecks gemeinsamem Einzugs mit den Messdienern, “eingesammelt” wurden. Ich habe Champ nach vorne zu den anderen gebracht und wollte ihn bei den Kindern aus seinem alten Kindergarten dazustellen. Aber Champ ließ sich nicht schieben oder gar dazustellen, er stand irgendwo dabei. Meine Versuche, ihn weiter vorne zu seiner “Heiratsfreundin” zu stellen, blieben erfolglos. Er wollte für sich sein, das musste ich akzeptieren, ihm seinen Freiraum lassen.

Es fühlte sich komisch an, es kam mir fast so vor, als wolle er selbständiger und unabhängiger sein, aber ich glaube, es war eine Art von Unsicherheit und er brauchte seinen Raum, um damit fertig zu werden, mit dem was nun kommen sollte.

Die Feier in der Kirche war schön, ganz auf die Kinder konzentriert und abgestimmt. Jedes Kind wurde einzeln gesegnet und bekam eine Kette mit einem bunten Kreuz daran, zum Zeichen: “da ist jemand bei Dir, auch in der Schule bist Du nicht alleine, da ist jemand, der immer auf Dich Acht gibt!”

Einschulung - Schulstart - Segen für Erstklässler Ökumene

Das war total schön und hat gutgetan, auch den Mamas;-)

Aber rührend war es auch, vor allem, wo ich sowieso immer so emotional bin. Und so musste ich an der ein oder anderen Stelle der Feier ziemlich mit den Tränen kämpfen, damit sie nicht tatsächlich anfingen zu rollen;-(

Nachdem ich Champ nach der Feier einmal ganz dolle umarmen durfte, sind wir rüber in die Schule gegangen.

Einschulung - Schulstart - Erstklässler nach der Kirche

Dort gab es in der Turnhalle die nächste Feier mit Ansprache der Rektorin und einem Wilkommensmusical der größeren Kinder für die Kleinen. Und dann wurde Champ zusammen mit all den 23 anderen Kindern aus seiner Klasse aufgerufen und zog mit seiner Klassenlehrerin los zur ersten Unterrichtsstunde (da kommen mir nun selbst beim Schreiben nochmal die Tränen, wenn ich ihn da so mit Ranzen losziehen sehe mit all den anderen).

Nach etwa 30 Minuten für die Eltern und kleineren Geschwister bei Kaffee und Kuchen, war diese erste Stunde vorbei und wir durften zu Champ ins Klassenzimmer und ihm seine Schultüte überreichen;-)

Einschulung - Erstklässler-Mama - Schultüte

Das war ein Moment: Er saß in der ersten Reihe, neben seiner Heiratsfreundin, es war total ruhig im Klassenzimmer, alle waren mit Malen beschäftigt und arbeiteten mit höchster Konzentration am Dekorieren ihres Namensschildes, keiner ließ sich stören oder ablenken!

Einschulung - Schulstart - Kaffeetafel

Tja und nach diesem, ersten Tag, kam dann der zweite Schultag, die erste Woche, die zweite und die dritte Woche. Aber daran hatte ich gar nicht gedacht. Bei all dem Trubel um den ersten Tag, hatte ich gar nicht weiter als bis zu diesem Tag gedacht.

Aber wir hatten erst einmal ein Wochenende, bevor es richtig losging und das war gut so.

Am Montag sind wir zu Fuß bis zur Schule gegangen und ich habe Champ (die ganze Woche lang) bis ins Klassenzimmer gebracht. Das Gehen fiel immer schwer, weil er jedes Mal so wie bei der Feier in der Kirche war, irgendwie schien es, als wolle er in Ruhe gelassen werden.

In der zweiten Woche habe ich dann alles verstanden: Das augenscheinliche genervt sein und in Ruhe gelassen werden wollen war eine “Tarnung”, denn auch er konnte sich nicht trennen! Am Montag nach der ersten Woche, wollte Champ eigentlich lieber nicht in die Schule. Als wir dort ankamen schienen alle Jungs es schwer zu haben, bei manchen rollten die Tränen, einer wollte die Mama gar nicht mehr loslassen und auch die Mädels sahen recht geknickt aus. Die Heiratsfreundin hatte wohl am Morgen zuhause auch geweint;-)

Champ weinte nicht wirklich, aber das kostete ihn ziemlich viel an Selbst-Beherrschung, glaube ich…

Was war das? Ich glaube das war das richtige Ankommen, das Realisieren: Jetzt ist Schule und Kindergarten ist zu Ende und das tat weh und machte traurig.

Ich bin an den meisten Tagen dieser Woche immer noch mit Champ bis zum Klassenzimmer gegangen. Auf dem Fußweg zur Schule haben wir alles für den Tag besprochen.

In dieser Woche hat Champ zwei oder dreimal seinen Spotbeutel, seine Jacke oder auch seine Trinkflasche vergessen.

Aber da haben wir uns nun eine Erinnerungsmethode ausgedacht, mit der Champ das nicht mehr passiert;-)

Und dann kam die dritte Woche und Champ freute sich zur Schule zu gehen: Er findet den Schulhof und die Pausen toll, spielt mit all den älteren Kindern, die er  aus dem Kindergarten noch kennt und die er dort so sehr vermisst hatte, da sie vor ihm in die Schule kamen, er liebt Mathe, Deutsch und Kunst, macht seine Hausaufgaben selbständig  und alleine (mir fiel ein Sten vom Herzen, denn das war ein Thema vor dem ich Respekt hatte!), er geht alleine bis zum Klassenzimmer, er hat an all seine Sachen gedacht (!), hat nichts mehr liegen gelassen.

Nun ist des Princess, die weint, wenn sie ihn durch die große Eingangstür der Schule gehen sieht.

Fazit: Ich glaube, wir kommen allmählich in der Schulwelt an;-) Champ und ich brauchten beide etwas Zeit…

Ich bin gespannt, wie es weitergeht…

Und wie habt Ihr den ersten Schultag erlebt?

Eure,

kate

PS.: Falls Ihr hier noch nicht so lange mitlesen solltet, schaut doch einmal hier, oder hier oder hier rein : )