Das St. Michaels Fest

 

Morgen ist der 29. September, also der St. Michaels Tag.

Nachdem ich Euch zuletzt zwei indische Feste und Traditionen vorgestellt habe, möchte ich Euch gerne an diesem Tag ein weiteres unserer Rituale vorstellen, diesmal ein “christlich/abendländisches”.

Aber leider kam alles ein bisschen anders als geplant und ich habe es heute noch nicht geschafft, den Michaelswecken zu backen, der dazu gehört. Aber dazu später mehr.

Nun lasst mich Euch zuerst einmal in Kurzfassung die Geschichte um St. Michael erzählen:

St. Michael ist einer der Erzengel. Mit seiner Waagschale wägt er Gutes gegen Schlechtes Mit seinem Schwert wendet er alles Böse ab.

Es heißt nun in der Geschichte, dass ein Drache den Himmel bedrohen wollte. St. Michael hat ihn abgewehrt und der Drache fiel auf die Erde. Als er sich hier langsam wieder aufrappelte und die Menschen sah, entschied er sich, nun statt des Himmels wenigstens die Menschen zu stören und zu plagen, er wollte sie nicht fröhlich und zufrieden sehen. So verkroch er sich auf einem Berg und stieß giftigen Qualm aus, der bewirkte, dass alle Menschen dort schlecht ständig gelaunt, ärgerlich und traurig waren.

Eines Tages kam in Ritter in die Gegend und fragte sich, wieso diese Menschen wohl so seien. Er stellte einem Einsiedler im Wald diese Frage und der Einsiedler erklärte ihm die “Drachengeschichte”, woraufhin der Ritter beschloss, er wolle den Drachen bezwingen. Er übernachtete in der Hütte des Einsiedlers und wollte am nächsten Morgen losziehen.

In der Nacht erschien ihm im Traum St. Michael, der ihm sagte “ Mit meinem Lichtschwert werde ich Dir helfen, wenn Du mich rufst”

Am Morgen fühlte sich der Ritter stark und mutig, bedankte sich beim Einsiedler und zog los.

Als er den Drachen fand machte dieser ein riesiges Getöse und spukte giftigen Rauch und Qualm. Da rief der Ritter St. Michael um Hilfe. Und er fühlte den Erzengel hinter sich stehen, der ihm half, den Drachen zu besiegen.

Und so sieht unser Jahreszeitentisch zu St. Michael aus:

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Im übertragenen Sinne meint diese Geschichte sicherlich, dass das Böse, das Schlechte, die Traurigkeit zurückgedrängt und abgewehrt werden soll, um so dem Guten, der Zufriedenheit und Fröhlichkeit Raum zu Machen.

Konkret könnte dies bedeuten, dass man manches, was man so macht, oder auch nicht macht, einmal überdenken sollte. Ist alles gut und richtig, so wie es ist, oder könnte es besser sein?

Dabei ist vielleicht der September gar kein schlechter Monat, um dies zu tun, denn es ist das Ende vom Sommer, der Herbst kommt bald.

Vielleicht ein guter Zeitpunkt, vor dem Winter noch einmal richtig aufzuräumen, gedanklich und auch im tatsächlichen Sinne.

Insofern passt es vielleicht auch ganz gut, dass wir ausgerechnet jetzt einen Wasserschaden im Keller haben und ich nun unseren Kellerraum einmal komplett ausräumen darf. Das zwingt mich alles einmal anzufassen und gibt mir die Gelegenheit, zu überlegen, was noch gebraucht wird, und was nicht. So konnte ich, obwohl ich mich über die zusätzliche Arbeit geärgert habe, doch auch etwas Positives darin sehen, denn nötig wäre das Aufräumen und Aussortieren allemal.

Dumm ist nur, dass dem Wasserschaden nun der Michaelswecken zum Opfer fiel:-(

Denn unser Keller sieht nun so aus:

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Und unsere Dusche darf, da sie ebenerdig ist, nun erst einmal als Lagerplatz für Kleinkram herhalten, so lange bis der Container da ist:

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Wir nehmen solange die Badewanne….

Und ich überlege mir, was ich in meinem Kopf gedanklich noch aufräumen sollte, um noch mehr “Fröhlichkeit und Zufriedenheit und Gutem Raum zu Machen J

Wir werden heute Abend nach Champs Schwimmtraining die St. Michael Geschichte zusammen lesen, den Jahreszeitentisch wahrscheinlich einmal auseinandernehmen und alles Böse bekämpfen.

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“Feiert” Ihr auch den St. Michaels Tag? Welche Tradition habt Ihr hierfür und was bedeutet es für Euch?

Hier habe ich noch für Euch das Rezept für den Michaelswecken aufgeschrieben:

Rezept für Michaelswecken aus dem Jahreszeitenbuch von Christiane Kutik & Eva-Maria Ott-Heidmann:

250 g Weizen, fein gemahlen, gesiebt (ich nehme das normale Weizenmehl Typ 405)

250 g Dinkel, fein gemahlen und gesiebt

½ TL Honig

40 g Hefe

200 g saueren Rahm

100 ml kaltes Wasser

Salz

1 Eigelb

Beide Mehlsorten mit der in Honig und Rahm glatt gerührten Hefe, dem Wasser und dem Salz vermischen, zuletzt die Butter dazugeben. Den Teig min. 10 Minuten kräftig kneten. 30 Minuten ruhen lassen, nochmals durchkneten. Backofen auf 200 Grad vorheizen, flaches Gefäß mit Wasser hineinstellen. Aus 4/5 der Teigmenge einen runden Fladen von etwa 25 cm Durchmesser formen, der am Rand ringförmig erhöht ist. Den restlichen Teig zu drei spitz zulaufenden Teigwürsten formen, die an einem Ende mindestens doppelt so dick sind wie am anderen, zu einem Schwert flechten und in die mittlere Vertiefung legen. Den Wecken mit Eigeld bestreichen, im heißen Backofen etwa 30 Minuten goldgelb backen.

Eure,

kate