Müll und unsere Erde

Müll ist bei uns immer mal wieder ein großes Thema:

muell1muell2

Princess hat bisher nur verinnerlicht: Alles, was ich nicht mehr brauche, oder was ich iggit iggit finde, ist „Müj“. Das mit der Mülltrennung klappt bei ihr noch nicht so ganz. So will sie mit ihrem alten, zerknüdelten Papier immer erstmal zum Restmüll.

Naja, Princess ist ja nun auch noch klein, aber ich möchte, dass auch sie in das richtige Bewusstsein reinwächst und eben nicht gleich sobald etwas ein wenig defekt ist, nicht mehr so ansprechend aussieht, schon einmal benutzt wurde, eine Macke hat, zerknüdelt ist etc  „Müj“ ruft und es kurzerhand entsorgen will. Außerdem hat Princess die Angewohnheit gerne mal im ganzen Haus das Licht einzuschalten oder auch das Wasser eine Weile plätschern zu lassen, wobei ich sie, sehr zu ihrem Unmut, immer wieder stoppe.

Also: Wir arbeiten noch an allem : )

Champ denkt beim Thema Müll nicht nur global, sondern noch weiter. Er macht sich Gedanken über Weltraummüll und wie man diesen reduzieren kann. Wir hatten auch schon schlaflose Nächte wegen der schwindenden Ozonschicht, die nachts zu Tränen und Sorgen führte, weil Champ sich alles wie eine Käseglocke vorgestellt hat und richtig Angst hatte, dass uns diese Glocke bald genommen wird und dann etwas ganz Furchtbares passiert.

Ich war eigentlich beim Thema Müll noch auf der Erde und frage mich oft, wie stelle ich es an, weniger Verpackungen mit einzukaufen? Wieso ist Müsli meist erst in einer Plastiktüte eingeschweißt & dann zusätzlich in einem Karton? Wieso sind eigentlich manche Plastik-Verpackungen sogar so stabil, dass ich mit der Schere bewaffnet davorstehe und nicht weiß, wie ich denn nun eigentlich an das Produkt komme, ohne es zu beschädigen. An manchen Tagen habe ich das Gefühl, ich habe ohne Ende Plastik-also Gelbe-Tonne-Müll, Papier und Kartons ebenso. Was mache ich falsch? Geht es auch anders?

Und weil ich uns alle für das Thema sensibilisieren wollte, weil es so enorm wichtig ist und jeden einzelnen von uns angeht, habe ich versucht, gute Kinderbücher zu finden, die das Thema Müll und das Thema Energiesparen behandeln.

Das Beste ist, ich habe selber auch aus diesen Büchern gelernt, mir war vorher nicht bewusst, wieviel Kubikmeter Müll jeder einzelne von uns pro Kopf und Jahr produziert, ich wusste nicht, wie lange genau es dauert, bis eine Plastiktüte verrotten würde und vieles mehr.

Hier sind die Bücher, die uns helfen, die Thematik zu erschließen und uns auf dem Weg zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Abfall, sowie Rohstoffen und Energien begleiten:

muell3

  • Nachrichten aus der Tonne von Britta Böger und Stefanie Saghri:

Mit diesem Buch habe ich viel gelernt, allerdings ist es nicht so ganz einfach für Kinder. Das Kind sollte schon ein bisschen älter sein. Für Champ (6 Jahre) war es ok. Die Kinder Leo und Polly sprechen mit dem lieben Müllmann und erfahren nach und nach Details über die verschiedenen Arten von Müll, deren Beseitigung und Entsorgung, Recycling, sowie kleine erdgeschichtliche Details. Wir haben ein paar Wochen gebraucht, bis wir ganz durch waren. Zum einen weil wir zwischendurch auch immer wieder andere Bücher gelesen haben, da bei den Kindern andere Themen aktuell waren. Zum anderen weil es recht komplex ist das Thema an sich, aber auch das Buch. Princess konnte mit diesem Buch natürlich noch nichts anfangen.

muell4

  • Der kleine Umweltschreck oder wie man ganz einfach Energie und Wasser sparen kann von Bärbel Spatheif und Susanne Szesny

Dieses Buch ist einfach und anschaulich, arbeitet mit Beispielen aus dem Alltag, die Kinder kennen. Dieses Buch geht auch schon bei Princess, allerdings muss ich bei ihr den Vorlesetext verkürzen. Im Buch rangeln bei jeder Alltagssituation das Monsterchen „der kleine Umweltschreck“ und das Engelchen „die kleine grüne Fee“ darum, wer nun die Oberhand gewinnt. Am Ende des Buches gibt es eine schöne und einfach gehaltene Zusammenfassung der „Do ’s und Dont’s“. Champ meinte nachdem wir dieses Buch gelesen haben, „Mama, jetzt verstehe ich, wieso Du immer sagt Licht aus und nicht den Wasserhahn voll aufdrehen!“

muell5

muell6

  • Die Kinder der vier Elemente von Gül Kurtulus

Hier werden die vier Elemente vorgestellt als Lebewesen, deren Lebensraum beeinträchtigt ist und die etwas dagegen unternehmen möchten. Es gibt die Sonne mit ihrer Tochter Flämmchen, Vater Wind mit seiner Tochter Windi, Vater Wasser mit den Zwillingen Plitsch und Platsch und Mutter Erde mit ihrem Sohn Knolle. Im Anhang gibt es viele Schlagwörter rund um das Thema: Klima, Umweltschutz, Umweltverschmutzung, Umwelt allgemein mit Erklärungen.

Dieses Buch ist auch eher für etwas ältere Kinder, obwohl auch die Geschichte und die Charaktere an sich total süß sind, so liebt Princess z.B. Knolle heiß und innig, ohne wahrscheinlich seine ganze Geschichte zu verstehen.

muell7

Ich weiß nicht, ob es mir gelingen wird, aber ich versuche es zumindest. Ich versuche mit Büchern wie diesen und mit Gesprächen meine Kinder zu einem verantwortungsvollen und respektvollen Umgang mit den Recourcen unserer Erde zu führen.

Schön hierzu ist auch die CD von Rolf Zuckowski „Meine Heimat – unser blauer Planet“

muell8

Aber oft wird einem dieser Weg nicht leichtgemacht. Ständig kommt Champ nach Hause und erzählt „die anderen Kinder haben immer viel bessere Sachen als ich in ihrer Snack box!“

Und was haben sie dabei? Sie haben alle möglichen Süßigkeiten, die parktischerweise immer alle schön separat verpackt sind und die man nur noch in die Frühstücksbox legen muss. Das ist natürlich bequemer. Außerdem gibt es da separat verpackten Quetschkäse, Quetschjoghurt, Würstchen, Milchschnitten und vieles mehr. Abgesehen davon, dass wohl der Nährwert dieser Lebensmittel eher anzuzweifeln ist, stört mich daran immer die Verpackung. Denn wenn jeder Schüler dieses Zeug mitbringen würde, was käme da alles zusammen??

So hatten wir des Öfteren Snack-Box-Diskussionen, aber sind inzwischen ganz zufrieden mit unserer Snack box. Es war ein etwas längerer Weg, ist aber nun ein guter.

Ich würde gerne so einkaufen, dass ich weniger Verpackung mit kaufe, aber habe dafür bisher zumindest hier bei uns noch keine Lösung gefunden.

Ich weiß, dass es in vielen großen Städten, Läden wie „Original Unverpackt“ etc. gibt, wo man Lebensmittel ohne Verpackungen kaufen kann. Aber bei uns hier habe ich eine solche Alternative noch nicht ausfindig gemacht. Ein bisschen traurig und endtäuschend finde ich auch, dass wenn man sich entschließt, einen solchen bewussten Weg zu gehen, Verpackungen und Müll zu vermeiden, es einem oft schwer gemacht wird dadurch, dass das Herkömmliche, also all das mit aufwendiger Verpackung etc. günstiger ist, als Alternatives, nicht so Übliches.

Auch bewundere ich es immer, wenn mir jemand erzählt „ich kaufe nur second-hand Sachen für meine Kinder“. Ich muss gestehen, das habe ich bisher so nicht geschafft. Ich nutze eBay und Amazon und finde es gut, dass es so etwas gibt. Zum einen finde ich es ökonomisch gesehen gut, denn Vieles ist so erschwinglicher, und ich finde es ökologisch gesehen gut, weil so Altes weiter benutzt wird, statt es zu entsorgen. Bücher kaufe ich zum Beispiel wirklich auch nur second-hand – es sei denn ich finde einen Titel nicht gebraucht. Auch manche Spielsachen habe ich gebraucht gekauft, oder es sind noch meine eigenen, alten Sachen, aber eben nicht alles und nicht nur. Bei Kleidung habe ich es leider nicht geschafft. Ich hatte Dank meiner lieben Cousine viele geliehene Sachen für die Kinder.  Manches Stück, und das fand ich total schön und nostalgisch, von meinen eigenen Kindersachen war auch noch vorhanden. Irgendwie habe ich es aber nie geschafft, auf den Flohmärkten vom Kindergarten etc. etwas zu finden. Aber ich muss gestehen, ich habe hierfür auch nicht die Muße, mit zwei Kindern, die herumtollen wollen, mir vielleicht zwischendurch dreimal weglaufen, von Stand zu Stand zu gehen und alles zu durchstöbern, ob die richtigen Größen etc. dabei sind.

Genauso habe ich aber auch Champs und Princess Kleider nicht verkauft. Dazu war ich zu sentimental. Ich habe für jedes Kind eine große Zarges Box im Keller stehen, wo alles zu klein Gewordene drin aufbewahrt wird. Ich habe nur die Dinge „entsorgt“, die wirklich kaputt waren oder solche Flecken hatten, die ich nicht wieder auswaschen konnte.

Und bei Champ ist es z B auch so, dass er selber die meisten Sachen nicht würde weggeben wollen, weil er diese für seine Kinder aufbewahren möchte.

So versuche ich also bisher bei allem einen Mittelweg für uns zu finden, auf alles beim Einkauf ein wenig zu achten und vieles einfach wegzulassen.

Denn Champs kindliche Angst vor etwas Schrecklichem, wenn die Ozonschicht immer weiter beschädigt wird, sollte doch eigentlich unser aller Sorge sein, denn es ist doch unser Lebensraum.

Wie ist das bei Euch mit dem Müll und Snack-Boxen, dem Second-Hand Kauf und der Bequemlichkeit? Wie geht Ihr mit dem Thema Energie sparen und Müll um???

Eure,

kate


Related Post

Schreibe einen Kommentar

*