Heile Welt und das Bloggen…oder Über das Mama-sein Teil 2

„Heile Welt“, ein Wort, das mir in letzter Zeit des öfteren begegnet ist und über das ich kürzlich mit Daddy Cool diskutierte, naja eigentlich haben wir nicht diskutiert, sondern gesprochen.

Daddy Cool meinte nämlich, im Blog ist irgendwie immer alles heile Welt. Beim Lesen anderer Blogs habe ich auch zunächst oft diesen Eindruck, zumindest wenn ich nur sporadisch und oberflächlich lese. Allerdings war mir das bei mir selber nicht aufgefallen oder bewußt geworden. Wahrscheinlich deswegen nicht, weil ich meine eigene Realität kenne und genau weiß, dass eben nicht immer alles nur nach Plan läuft und so funktioniert, wie ich es mir wünsche. Ich kenne unsere Geschichte und alles, was uns so passiert ist. Da ist der Job, der ein hohes Tribut vom Partner fordert und wenig Zeit lässt für Familienleben, da ist Druck, der sich aufbaut und immer größer wird und manchmal zu erdrücken scheint, da sind vielleicht manchmal verletzte Gefühle, da sind unterschiedliche Interessen. Gerade als Mama passiert es einem immer und immer wieder, dass man zwischen die Fronten gerät, denn man ist nicht nur Mama, sondern außerdem auch noch Ehefrau und das unter einen Hut zu bringen ist manches Mal nicht ganz einfach.

Aber wieso habe ich die vermeintliche heile Welt bei mir nicht bemerkt?

Ganz einfach, weil es sie nicht gibt, die heile Welt. Bei mir nicht und auch bei anderen nicht. Vieles ist nicht so, wie ich es mir wünsche, aber dafür manches eben doch. Vieles läuft nicht wie geplant, aber das ist auch nicht immer so. Manches läßt auf sich warten, aber manchmal hat auch das vielleicht seinen Sinn.

Und am Ende des Tages ist doch mein eigener Kopf, der entscheidet, wie ich mit etwas umgehe, wie ich reagiere und was ich daraus mache. Es bin es doch ich selber, der festlegt, ob ich glücklich bin oder nicht, ob die Welt für mich „heil“ ist.

Eine heile Welt findet man nicht,

man kann sie sich auch nicht machen, basteln oder bekommen, man kann sich nur mit allem, wie es ist arrangieren, seinen Weg darin finden, es aus einem anderen Licht sehen. Und das muss man sich gerade als Mama immer wieder. Ich meine jetzt nicht, dass man alles akzeptieren muss, wie es ist. Man kann etwas ändern und verändern und dazu sollte man meist erst einmal seine Einstellung oder Denkweise ändern, dann klappt meist alles besser. Zumindest ist man dann selber ruhiger.

Und bei diesem „aus einem anderen Licht sehen“, sich arrangieren und organisieren hilft mir ganz oft das Lesen. Denn oft denke ich beim Lesen anderer Blogs „oh, das ist anderswo genauso und auch da geht es“ oder „so habe ich es noch nicht gesehen und probiert, das könnte ich auch mal machen“.

Blogs, die ich gerne lese:

Ich lese bei Abbey über Alltagsstress und wenn es einem einfach einmal reicht und zuviel wird und ich kann es so gut verstehen und finde mich darin wieder. Bei so vielen ihrer Texte, kann ich mir die Situation genau vorstellen, weil ich sie kenne, weil ich sie erlebt habe. Ich finde bei Sarah eine so schöne, humorvolle und ehrliche Liste über das, was sich in einer Beziehung ändert, sobald Kinder da sind und denke wieder einmal, gut zu wissen, dass es auch anderen so geht. Ich finde bei Claudia einen Artikel darüber, wie sie ihren Alltag organisieren und dass ihre Probleme, Ihr Chaos und Herausforderungen ihre bleiben und nicht im Blog erscheinen. Und das ist genau meine Meinung. Es gibt nämlich ein paar persönliche Dinge, die man vielleicht nicht im Blog ansprechen möchte, weil das zur eigenen Privatsphäre zählt, weil es vielleicht auch zu sehr schmerzt oder berührt. Und diese Freiheit sollte man haben. Ich finde auch nicht, dass hierdurch ein verzerrtes Bild der Realität entsteht, denn wenn man nicht nur oberflächlich und sporadisch liest versteht man sehr wohl, dass auch bei anderen nicht immer alles nur gut und schön ist. Ich stoße bei Elisabeth auf einen Artikel zu Positivität in der online Welt und auch auf einige andere Posts zum Thema gläubig sein und glücklich sein – „Choose happy“ und ich lese es gern, weil es mir Anregungen gibt, mich inspiriert und auch ein stückweit bestätigt, dass positiv sein von innen kommt und, dass auch Glaube noch zeitgemäß ist. Ich finde mich auch immer wieder in den Texten von Mia wieder und lese total gerne bei ihr mit, weil ich förmlich das Gefühl habe, die spricht über Champ, wenn sie eigentlich über ihren Maxi spricht.

Außerdem lese ich auch gerne einmal bei dem ein oder anderen Papa mit, weil es mich interessiert, wie man alles, als Vater erlebt. So schmunzele ich immer über Caspars Anekdoten aus dem Familienleben. Und ich bewundere Kevin, der in einer Regenbogenfamilie lebt und sich gemeinsam mit seinem Mann auf für mich ziemlich beeindruckende Weise um einen Pflegesohn kümmert.

All diese Menschen hätte ich so im normalen Leben nicht getroffen und gesprochen. Aber ich finde es für mich sehr bereichernd, sie „online“ kennen gelernt zu haben, weil es mir hilft. Es hilft mir persönlich, und es hilft mir beim Mama-sein. Und zwar deswegen, weil es meinen Blick weiter macht, ich sehe mehr und ich sehe anders und das braucht man als Mama immer wieder!

Geht es Euch auch so?

Liebe Grüße!

Eure,

PS: Das übliche Donnerstags-Rezept kommt auch heute noch : ) Es lief eben nicht alles nach Plan und so wartete dieser Post hier schon seit ein paar tagen endlich einmal ganz fertig gestellt zu werden ; )