Champ, wo ist die Zeit nur hin, Du kommst schon in die 2. Klasse!!! – Über das Größer-werden…

Größer-werden -vom Kleinkind zum Schulkind - Entwicklung - Mama und Sohn

In den letzen Wochen habe ich Dir diesen Satz wohl schon mehrmals gesagt „Du kommst schon in die zweite Klasse!“ Vermutlich habe ich das deswegen getan, weil ich es selber fast nicht glauben kann. Und wenn ich dann so über das Größer-werden nachdenke, hab‘ ich das Gefühl, das kann doch jetzt nicht sein, der war doch gerade noch so klein, ich hab‘ ihn gerade das erstmal zum Kindergarten gebracht!

Ich meine, das muss man sich erstmal vorstellen, mein kleiner, zierlicher Kerl, der seine Disney Autos heiss und innig liebt, der alle möglichen Broschüren und Zettelchen sammelt und aufbewahrt, ist nun schon 7 Jahre alt!

Größer-werden - Mama und Sohn - Entwicklung - Entdeckungen - Erfahrungen
Champ, wo ist die Zeit nur hin, Du kommst schon in die zweite Klasse – Über das Größer-werden / Champ, where has the time gone – yu are already going to be in grade two this summer – about growing…“ I www.cocktail-kids-mom.com

Jetzt sitzt er nicht mehr nur an seinem Schreibtisch und malt sämtliche Notizzettelchen voll, um daraus ein Buch zu machen, nun schreibt er dazu auch Text und mir „Briefbotschaften“ und das ist so süss!

An manchen Tagen denke ich, dass es mir ab und an alles ein bisschen zu schnell geht und ich am liebsten sagen würde „halt, stopp, soweit war ich jetzt aber noch nicht!“ Aber dann ist es auch wieder so unglaublich schön zu sehen, wie sehr er sich freut und wie stolz er ist, dass er endlich ALLES selber schreiben kann und keinen Erwachsenen mehr bitten muss, ihm dies oder das zu schreiben oder eben einmal schnell was vorzulesen. Er ist so stolz und happy, die Welt der Buchstaben nun zu beherrschen (klar an der Rechtschreibung da müssen wir noch etwas arbeiten ; )  )

Und wenn ich mir’s so ganz genau überlege, dann hat sich Vieles auch gar nicht so dolle geändert (wenn überhaupt) oder vielleicht bin ich da in gleichem Tempo mitgegangen? Auf jeden Fall haben Champ und ich jeden Abend sobald Princess ins Bett geht (und seitdem sie keinen Mittagsschlaf mehr macht, geht sie wirklich pünktlich ins Bett und ist dann auch gleich „weg“), immer unsere Mama-und-Champ-time. Manchmal malen und basteln wir, manchmal lesen wir zusammen, meistens quatschen wir uns immer kuscheln wir. Er kommt immer noch total gerne auf den Schoß gekrochen und lässt sich knuddeln und kribbeln und streicheln. (So ist z.B. auch eine abendliche Massage bei Daddy Cool ein Höhepunkt und etwas, was er am liebsten täglich hätte). Und das ist schön und gut so! Ich glaube sogar das tut uns beiden gut und wir brauchen das alle beide.

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Manches ist ihm aber nun auch zu „blöde“, er möchte keine „Baby-Teller“ und „Baby-Trinkflaschen“ mehr haben, er nimmt nun nur noch „großes“ Essbesteck, bestimmte t-shirts mag er nicht mehr anziehen, er geht, während ich draußen warte, in die Post und gibt meine Briefe oder Päckchen auf, er holt im Supermarkt bei der Backstation die Brötchen, er beantwortet das Telefon, falls es klingelt, wenn ich im Keller Wäsche aufhänge, er kann, wenn ich ihm den Laptop „öffne“ und die Seite mit dem Elefanten anstelle, dort ganz alleine zurecht kommen, er nimmt seinen Joghurt selber aus dem Kühlschrank und und und…

Und doch ist er bei so vielen Dingen, froh und dankbar und bei sich zu haben. Beim Schulweg machen wir es inzwischen so, dass wir bis zu einer bestimmten Stelle kurz vor oder neben der Schule mit ihm gehen oder fahren und er geht das letzte kleine Stückchen alleine, bzw. mit Freunden. Aber es ist ihm wichtig, dass ich jedes Mal stehen bleibe, bis er um die Ecke auf den Schulhof einbiegt und ihm noch einmal winke. Er wird immer noch manches Mal nachts wach und kommt dann am liebsten in unser Bett (er sagt sogar selber, dass er sich dort zwischen uns am sichersten fühlt).

Er war immer schon der Vorsichtigere, der Abwartende, der, der kein körperliches Risiko eingeht und so ist er bis heute.

Wir waren in dieser Woche auf dem Jahrmarkt (dort sind auch die Fotos für diesen Post entstanden), weil Champ unbedingt hingehen wollte. Einige Kinder in seiner Klasse hatten davon erzählt und die Heiratsfreundin wollte auch gehen, und da wollte Champ auch. Also sind wir zusammen hingegangen. Wir haben gebrannte Vanille Mandeln gekauft (die hatte Champ nämlich bei einem Freund in der Schule probiert und fand sie superlecker) und Brezeln, aber wir sind tatsächlich auf keiner Bahn und keinem Karussell gefahren! Champ wollte nicht, es ist nicht sein Ding war es noch nie. Und vor den großen Bahnen und der Geisterbahn hatte er Angst und wollte eigentlich nichtmal daran vorbeigehen.

Wir haben also eine Runde über den ganzen Rummel gemacht und als wir alles einmal gesehen hatten, unsere Mandeln und Brezeln hatten, wollte Champ wieder los, einfach nur weg von den Geräuschen der Bahnen und dem Gedrängel der Leute. Auf dem Weg nach hause sagt er dann zu mir „Mama, weißt Du was, das war jetzt ja ganz ok alles einmal gesehen zu haben, aber einmal und nie wieder, das hat mir gereicht.“

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In solchen Momenten wird mir dann klar:

  1. Er hat seine ganz eigenen likes und dislikes, er hat seine eigene Persönlichkeit, er hat seine eigene Meinung und seine Einschätzung und er macht nur das, was sich für ihn gut anfühlt, was ihm gut tut.
  2. Er hat seine ganz eigene Entwicklung und sein eigenes Tempo, seine eigenen Herausforderungen und er läßt sich nicht zwingen oder hetzen und das ist gut so!

So oft habe ich wahlweise an ihm oder an mir selber gezweifelt, und denke – bei all den Diskussionen und Debatten heutzutage über die Selbständigkeit von Kindern und das Fördern von Kindern – er ist vielleicht nicht selbständig genug. Aber in solchen Momenten weiß ich: Er macht es richtig, er folgt halt nur seinem eigenen Tempo und arbeitet mit seinen Herausforderungen so, wie er und wann er es kann.

Champ, Du machst das schon mit dem Größer-werden und ich bin gerne immer an Deiner Seite, wenn Du mich brauchst!

Eure,