Kindheitserinnerungen – Erinnerungen aus Kindertagen….

Kindheitserinnerungen - unterwegs mit Kindern - in der Eifel- Kreuz im Venn

Eigentlich wollte ich diesen Post schon vor ungefähr zwei Wochen schreiben, denn da kam mir während dem Einkaufen plötzlich die Idee zu diesem Beitrag. Und zwar war mein Blick zufällig auf Caro Kaffee gefallen. Kennt Ihr den auch noch?? Den gab es bei meiner Oma G. ab und an für uns Kinder, wenn wir alle zusammen zu Familienfesten dort waren und zum Kuchen auch Kaffe haben wollten. Oder auch bei meiner Großtante M., wenn ich gerne als kleines Mädchen mit den 3 Damen (wovon zwei meine Großtanten waren und eine, eine Nachbarin), die sich jede Woche zum Kaffeeklatsch trafen, auch einen Kaffee trinken wollte, denn wozu gehe ich sonst zu einem Kaffeeklatsch!?! Als ich nun also dort im Supermarkt stehe und den Caro Kaffee betrachte, fallen mir plötzlich all diese Momente und Szenen aus Kindertagen wieder ein, ich sehe die Bilder der Kindheitserinnerungen in meinem Kopf ablaufen. Und muss unweigerlich grinsen, grinsen über das kleine Mädchen, das ich damals war und das in so Vielem so ähnlich war, wie meine Princess heute.

Kindheitserinnerungen - Produkte aus Kindertagen - Lieblings/Tarditionsprodukte

Und dann fielen mir auf einmal immer mehr Produkte aus Kindertagen ein, die ich gerne gegessen habe, die mir schmeckten, mit denen ich bestimmte Kindheitserinnerungen und Momente verbinde. Schlußendlich habe ich an diesem Tag einige Dinge mehr eingekauft, als das, was eigentlich auf meinem Zettel stand ; ) Ich bin zwar nie zu einer Kaffeetrinkerin geworden, ich trinke nur Wasser, Tee und Milch, aber seit diesem Tag im Supermarkt trinken Daddy Cool (der war überraschenderweise begeistert vom Kinderkaffee) und ich öfters schonmal einen Kinderkaffee zusammen.

Ich war an diesem Morgen alleine zum Einkaufen unterwegs – ich glaube, wäre ich mit den Kindern unterwegs gewesen, wären mir gar nicht erst all diese Gedanken und Erinnerungen gekommen. Denn ich wäre zu beschäftigt gewesen, alle möglichen Fragen zu beantworten und alle beide in meiner Nähe zu halten, als dass ich Zeit bekommen hätte, auf Dinge, die nicht auf meiner Liste standen zu achten.

Aber ich war alleine und so konnte ich Acht geben, konnte denken und so kamen mir ganz viele meiner Kindheitsmomente in den Kopf, wie ich war, was ich gemacht habe.

Kindheitserinnerungen - im Wald - Eifel - aufwachsen auf dem Land - unterwegs mit Kindern

Ich oder besser gesagt wir (was waren ein Bruder, ich und unsere Cousine, die gleich neben uns wohnte) sind in der Eifel aufgewachsen. Wir waren viel draußen. Im Winter haben wir Iglus gebaut und im Sommer Hütten aus Heuballen, wenn mein Onkel auf den Wiesen hinter unserem Haus das Heu machte. Dann war meist meine andere Cousine auch noch dabei.

Ich hatte einen Spleen als kleines Mädchen, ich wollte mich immer wieder „verkleiden“ wahlweise als Zigeunerin oder Prinzessin, wichtig war mir nur, dass ich hohe „Klackerschuhe“ hatte, einen langen Rock und große Ohrringe. Ach ja und überhaupt Ohrringe, die habe ich, weil ich so eine Angst davor hatte, erst ziemlich spät gekommen und dann war es auch noch ein Akt, zwei meiner Tanten mußten zur Verstärkung mit dabei sein.

Ich habe mir dann ersatzweise Ohrringe aus alten Gardinenringen zum ans Ohr hängen selber gemacht.

Alle meine Röcke mussten „wickern“ können, also schwungvoll sein – besteht sich von selbst, dass ich kein Hosen-Mädchen war, sondern Röcke und Kleider liebte ; )

Ich hatte Angst vor Dunkelheit und wollte eine ganze zeitlang immer mit Licht schlafen.

Ich habe dauernd irgendwelche Taschen gepackt und bin dann von zuhause mit meinem Gepäck nach nebenan zu meiner Oma und meinem Opa gestiefelt und von dort nach gegenüber zu meiner Großtante. Irgendwie habe ich rückblickend das Gefühl, als wenn ich meist nicht zuhause, sondern in der Nachbarschaft unterwegs war. Meine Oma T. und meine Großtante M. haben eine ziemlich große Rolle in meiner Kindheit gespielt und waren für mich ungeheuer wichtig (heute leben beide nicht mehr und sind zu meinen Schutzengeln geworden). Ich hab‘ mit ihnen gebacken, gekocht, Kaffeeklatsch gemacht, gespielt, gelesen, spaziert, Blumen gepflückt, Brennnesseln für Suppe gesammelt, Fernsehen geschaut und viel Quatsch gemacht. Ich durfte bei meiner Großtante M. ihre hohen Schuhe anziehen und damit durchs Haus klackern, im Spülwasser pratschen, Brötchen mit Zwiebelwurst und Zwiebelringen essen, Kinder-Milchekaffee trinken und und und… (alles Sachen, die man normalerweise zuhause als Kind nicht darf – ich mag es z.B. nicht, wenn Princess bis zum Ellenbogen im Wasser an der Spüle steht, obwohl, ich ganz genau weiß, wieviel Spaß ich dabei als Kind hatte. Aber ich mag eben nicht alles naß haben nach solch einer Aktion, eigentlich unfair und blöd von mir, ich weiß…)

Kindheitserinnerungen - Eifel - Richelsley - Mutter Gottes Grotte - unterwegs mit Kindern

Ich habe die Eintöpfe meiner Oma T. geliebt, sowieso habe ich immer gerne bei ihr gegessen. Zum Frühstück gab’s warmen Kakao und Butterbrote, zum Abendessen Hagebuttentee und Butterbrote und manchmal auch Toast Brot mit diesen Schokoladen-Scheiben (die habe ich auch an dem Tag beim Einkauf wiederentdeckt, dachte, die gäbe es gar nicht mehr). Zum Mittag gab’s Eintöpfe, Hühnerfrikassee, Spätzlepfanne, Sauerkrauteintopf oder Blaubeerpfannekuchen (die Blau-oder Waldbeeren hatten wir Kinder vorher mit Opa H. im Wald gesammelt). Soweit ich weiß, habe ich auch als Kleinkind nie den Baby-Brei oder die Baby-Nahrung essen wollen, sondern habe gleich die Eintöpfe genommen. (So viel zum Thema Kleinkind-Ernährung, jede Woche nur eine Gemüsesorte gematscht und ohne Salz etc… das hatte schon bei mir nicht geklappt und ging bei Champ auch nicht so gut und bei Princess gar nicht, sie hat auch gleich Eintöpfe bekommen und wir beiden sind glaube ich, die unkompliziertesten Esser hier und keiner von uns allen hat eine Lebensmittelallergie…).

Immer wenn meine Eltern abends irgendwo eingeladen waren (und auch sonst öfters mal am Wochenende einfach nur so) durften wir bei Oma T. zusammen übernachten. Auch das war immer ein Erlebnis, vor allem, wenn mein Cousin und eine andere Cousine auch noch dort waren.

Auch bei meiner Großtante M. habe ich oft übernachtet. Dort war ich aber immer die Einzige und auch das war schön für mich und hat mir gut getan. Ich habe mit ihr zusammen „Wetten dass“, „Versteckte Kamera“ und „Ich heirate eine Familie“ geschaut.

Aus irgend einem Grund, ich weiß selber auch gar nicht wieso, hatte weder mein Bruder, noch irgendeine/r meiner Cousinen/s , den gleichen Drang wie ich zu unserer Großtante M.  Und so war ich dort, da sie selber damals noch keine Enkelkinder hatte, die einzige Enkeltochter und somit die Prinzessin. Großtante M. war für mich so etwas wie ein „soulmate“, ich war gerne dort und ich habe  viel Unfug von ihr gelernt und diverse Schimpfwörter im Dialekt, die ich dann das ein oder andere mal geflissentlich bei recht unpassenden Situationen mit anderen älteren Herrschaften einsetzte.

Kindheitserinnerungen - in der Eifel - unterwegs mit Kindern - im Wald

Ich glaube, es war gut, dass mir dieser Einkaufstag mit dem „Acht geben“ so passiert ist, denn zum einen war es schön, sich so zu erinnern und zum anderen, habe ich mir danach vorgenommen, mich des öfteren mal zu erinnern, wenn Champ und Princess dies oder das wollen oder nicht wollen, wenn sie dies oder das anstellen oder sagen. Denn in Vielem, was die beiden tun, wollen und lieben, sehe ich mich selber wieder.

An manchen Tagen tut es mir leid, dass meine Kinder heute nicht genau so aufwachsen, wie ich früher aufgewachsen bin, auf dem Land mit Oma und Opa und Großtante und -onkel nebenan.

Aber dann stelle ich fest, ein „genau so wie damals“ gibt es nicht mehr, denn selbst wenn ich im gleichen Ort, in der gleichen Strasse wohnen würde, so wäre es anders. Der ganze Ort ist anderes, nicht optisch anders – doch auch das ein bisschen, auf der Wiese hinter dem Haus stehen nun Pferde und keine Kühe mehr und es wird dort kein Heu mehr gemacht – aber der Zeitgeist ist ein anderer und das Leben und die Lebendigkeit des Dorfes ist anders, Vieles gibt es nicht mehr so, wie in meiner Kindheit, es gibt immer weniger Leute (zumindest kommt mir das so vor). Die Gesellschaft ist eine andere und mit ihr die Normen und die Moral.

Und dann ist da noch eine andere Sache, die ist ungeachtet des Ortes, wo man aufwächst heute immer anders und das ist die Unbeschwertheit. Nicht die Unbeschwertheit der Kinder, sondern deren Freiheit in der Unbeschwertheit. Es gibt heute viele Gefahren, die ständig in unseren Köpfen präsent sind. Zu viel ist passiert, zu viel ist mit Kindern passiert. Wir können es nicht ignorieren, wir können es nicht wegdenken, es ist da, egal an welchem Ort. Selbständigkeit und selber machen lassen, eigenständig Wege zurücklegen  ist gut und muss sein, aber heute ist es jedes Mal eine „Zwiespalt-Entscheidung“ und ein Abwägen zwischen der Selbständigkeit und der Sicherheit.

Kindheitserinnerungen - Eifel- unterwegs mit Kindern - im Wald

Wir wohnen zwar stadtnah, aber dennoch ländlich, die Wege sind kurz und überschaubar. Es gibt viel Grün und Natur, aber ich lasse Champ noch keine ganzen Wege eigenständig und alleine zurücklegen, ich lasse ihn nicht alleine zum Spielplatz gehen, ich lasse ihn nicht alleine zum Bäcker (knapp 5 Minuten von uns aus zu Fuß) gehen.

Wie seht Ihr das, wie ist das bei Euch? Wieviel „alleine machen lassen“, wieviel Selbständigkeit ist vertretbar?

Kindheitserinnerungen - im Wald - Eifel - unterwegs mit Kindern

Ach übrigens: Nun weiß ich auch, wieso es gut war, dass dieser Artikel nun schon seit über zwei Wochen halbfertig hier „herumliegt“, denn nur mit diesen Bildern von den Wegen aus meinen Kindertagen, macht er nun für mich wirklich Sinn und ist gut ; )

Eure,

PS.: Falls Ihr hier noch nicht so lange mitlest, schaut doch einmal hier rein : )

Dieser Post ist kein Kooperationsvertrag-Beitrag, alle Produkte aus meinem Einkauf waren Ideen aus meinen Kindertagen, es waren Produkte, die meine Oma T. oder meine Tante M. kauften und die ich mochte und immer noch mag. Die Idee zu diesem Post ist meine eigene, er entstand nicht in Kooperation mit einer Organisation, Marke oder Firma.